Andreas

Schwer ist das Bündel auf meinem Rücken.
Wo soll ich damit nur hin?

Ich bin Andreas. Ich schlepp so viel mit mir rum. Ich werde es nicht los. Ich habe keine Bleibe, wo ich es lassen kann.

Der Andreas damals, der Apostel, der hatte es besser. Hört von Jesus und läuft ihm einfach hinterher. Hat wohl nicht so viel zu tragen gehabt. Dreht der Jesus sich einfach um und fragt den Andreas: ›Was suchst du?‹
(lachen) Mein Gott, was suche ich in meinem Leben? Einen Ort, wo ich alles lassen kann, was mich so niederdrückt. Einen Menschen, der mir zeigt, wo ich hingehen soll und wo ich bleiben kann.

Fragt der Andreas den Jesus: ›Hast du einen Ort, wo du bleiben kannst? Ein Zuhause?‹ Nirgends war Jesus zuhause. Nirgends und überall. Und er sagt einfach: ›Komm und sieh!‹ Da ist er mitgegangen, der Andreas, damals. Er hörte Jesus reden: ›Ihr werdet den Himmel offen sehen. Ihr werdet Engel sehen, die zu euch runtersteigen und wieder hinauf zu Gott.‹

Schöne Worte! Vielleicht hätten mir die Engel das Zeug auf dem Rücken abgenommen. Warum schleppe ich eigentlich immer noch das Bündel auf dem Rücken? Alles alter Kram. Alles Sachen von gestern. Weg damit! (Geräusch: Rucksack absetzen)
So! Viel besser! Ja!

 

Jochem Westhof